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MDR 1

(Multi-Drug-Resistance-multipleMedikamentenüberempfindlichkeit)

Hierbei handelt es sich um einen Defekt im Multidrug-Resistance Transporter (MDR1), der für die Blut-Hirnschranke verantwortlich ist und eine Überempfindlichkeit gegenüber Ivermectin und anderen Medikamenten bedingt. Bei betroffenen Hunden (-/-) kann eine Behandlung mit diesen Medikamenten zum Tode führen. Bei funktionierenden Transporter werden Medikamente und toxische Stoffe zurückgehalten und ins Blut zurück befördert, er bildet eine Barriere für solche Stoffe. Jedoch spielt bei MDR1 nicht nur die Medikamentenunverträglichkeit eine Rolle. Der Defekt beeinflusst auserdem noch weitere Stoffwechselfunktionen im Körper, so z.B. neben der Barrierefunktion für das Gehirn auch die der Hoden und der Plazenta. In Leber, Niere und Darm ist das MDR1-Protein an der Ausscheidung von Stoffen beteiligt. Es übernimmt Transportfunktionen und beeinflusst den hormonellen Stoffwechsel.

Das (+) steht für ein Intaktes Gen, es wird auch oft als normal (n) bezeichnet.

Ein (-) steht für ein mutiertes Gen, es wird auch als Mutant (m) bezeichnet.

+/+  ->  Frei, kein Träger der Mutation

+/-  ->  Nicht betroffen, aber Träger

-/-  ->  Betroffen

 

HD & ED

HD

Hüftgelenksdysplasie

Eine Hüftdysplasie ist eine chronisch verlaufende, schmerzhafte Fehlbildung der Hüftgelenke. Dabei hat der Oberschenkelkopf schlechten Halt in der Hüftgelenkspfanne. Sie ist zum grossen Teil genetisch bedingt und kann zum Teil durch Haltung-, Umwelt- und Ernährungsbedingt beeinflusst werden. Wie gross die genetische Komponente dabei ist, ist noch umstritten. Man geht davon aus, das vor allem falscher Umgang

während der Wachstumsphase die ausbildung einer HD begünstigen können, so z.B. Überversorgung mit Futter, Übergewicht, Mangel in der

Ernährung, zu schnelles Wachstum, Welpen die ausschliesslich auf glatten Boden gehalten werden, Überbelastung oder Fehlbelastung.

Vererbung:

Der Erbgang der Hüftdysplasie ist polygen, d.h. das auftreten einer HD wird von vielen Genen bestimmt, daher ist das ausmerzen der HD nicht einfach und braucht Zeit.

ED

Ellenbogengelenksdysplasie

Unter dem Begriff Ellenbogendysplasie werden verschiedene Erkrankungen zusammengefasst, die eine chronisch verlaufende, schmerzhafte Veränderung oder Entwicklungsstörung des Ellenbogengelenks bedeuten. Besonders häufig sind schnellwüchsige Rassen betroffen. ED ist wie die HD auch erbbar und kann durch Haltung une Ernährung begünstigt werden. Festgestellt wird eine ED durch Röntgenaufnahmen.

 

Augen

Folgende Erbkrankheiten sind bekannt und sollten bei einem Zuchthund auch ALLE gecheckt worden sein bzw. durch die DNA der Elterntiere ausgeschlossen werden können:

CEA (Collie Eye Anomaly)

Diese Krankheit, die bei Collies und verwandten Rassen auftritt, betrifft den Augenhintergrund und führt zu einer Beeinträchtigung der Sehkraft bis hin zur Erblindung. Störungen in der Entwicklung der Blutgefäße können zu Blutungen im Auge oder zur Ablösung der Netzhaut führen. Durch den autosomal-rezessiven Erbgang wird ein Träger (N/CEA bzw. +/-) keine gesundheitlichen Einschränkungen haben, da der Körper immer auf die gesunde Kopie zurückgreift. Daher würde es theoretisch reichen, wenn nur ein Elterntier genetisch frei (N/N bzw. +/+) getestet ist, da somit schlimmstenfalls alle Welpen Träger sind (wenn der andere Elternteil homozygot betroffen bzw. -/- ist). Am besten ist natürlich, wenn beide Elterntiere getestet sind. Zwei Träger dürfen niemals miteinander verpaart werden, da dann (statistisch) 25% der Welpen homozygot betroffen (CEA/CEA bzw. -/-) sein könnten und somit erkranken würden.

PRA (Progressive Retinaatrophie)

Hierbei kommt es zu einer Degeneration der Netzhaut, sodass der Hund zunächst nachtblind wird und mit fortschreitender Krankheit vollständig erblindet. Da es sich ebenfalls um einen autosomal-rezessiven Erbgang handelt, gelten dieselben Regeln wie für CEA. Ein Träger darf nur mit einem genetisch freien Hund verpaart werden.

Katarakt/HSF4/HC/Grauer Star

Als Katarakt bezeichnet man die Trübung der Augenlinse, die zur Erblindung des Hundes führen kann. Es gibt verschiedene Ursachen für den Ausbruch des Grauen Stars. Die Hereditäre Katarakt (HC) ist die erblich bedingte Form. Diese entsteht durch eine Mutation im HSF4-Gen. Ist bei einem Elternteil auch nur ein Allel betroffen, wird das gefährliche Gen trotzdem mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% an die Welpen weitervererbt. Die Hunde, die “Träger” dieses Gens sind, haben ein 17-fach erhöhtes Risiko an Katarakt zu erkranken (nicht als 17% zu verstehen!). Da es sich um einen autosomal-dominanten Erbgang handelt, ist der Begriff “Träger” bei diesem Gendefekt irreführend, da auch ein heterozygot betroffener Hund (der also nur eine Kopie des mutierten Gens trägt) mit hoher Wahrscheinlichkeit erkrankt. Zum Vergleich wird ein Träger von CEA und PRA keine gesundheitlichen Einschränkungen haben, da es sich um einen rezessiven Erbgang handelt. Daher müssen auf jeden Fall beide Elternteile Ihres Welpen mit dem Ergebnis N/N bzw. +/+ auf HSF4 getestet sein. Wenn ein Hund (wie Simba) Träger ist, ist dies nicht nur ein schwerwiegender Zuchtausschluss (wenn auch leider noch nicht offiziell), sondern zudem auch sehr unangenehm für den Hund selbst (jährliche Augenuntersuchungen stehen an, um den Ausbruch der Krankheit frühzeitig zu erkennen und ggf. eine OP durchführen zu lassen). Als Besitzer eines solchen Hundes lebt man mit der ständigen Angst, dass der Hund jederzeit erblinden könnte.

Quelle: Elli Betz

Weitere Infos zum Thema “Auge” unter :

http://www.dok-vet.de/de/Research/FachBegriffe/CommonPage.aspx